Elternbeiträge während des Kita-Streiks zurückfordern

Wer während des Kita-Streiks keine Elternbeiträge zahlen will, sollte unbedingt einen schriftlichen Antrag auf Erstattung der Elternbeiträge stellen und Rechtsmittel gegen den Bescheid einlegen. Die Kommune sind dann verpflichtet, über den Erstattungsantrag zu entscheiden.

Hintergrund: In kommunalen Kitas werden die Elternbeiträge gemäß § 90 Abs. 1 SGB VIII in Verbindung mit einer kommunalen Satzung per Bescheid erhoben. Anders als in Kitas in freier Trägerschaft, die aufgrund eines Vertrages mit den Eltern ein Entgelt erheben, wird also in den kommunalen Kitas ein Elternbeitrag erhoben gegen den Rechtsmittel möglich sind. Elternbeiträge dürfen in kommunalen Kitas aber nur für tatsächlich erbrachte Kinderbetreuung erhoben werden. Entfällt die Kinderbetreuung durch Streik, besteht kein Anspruch der Kommune auf die Elternbeiträge. Daran ändert auch die Regelung einiger Satzungen, die für einzelne Ausfallzeiten Gebühren nehmen nichts, denn grundsätzlich besteht der Anspruch auf Kinderbetreuung ohne Unterbrechung. Der Verzicht auf Betreuung ist immer freiwillig. Abweichende Regelungen sind rechtswidrig. Die Satzung wäre dann nichtig.

Wichtig zu wissen ist also, dass es sich hier um ein Verwaltungsverfahren handelt. So dass Anträge bei der Kommune gestellt werden müssen und Rechtsmittel eingelegt werden sollten. Im Zweifel sollten Sie ihre(n) Rechtsanwält-in fragen.

Soweit also die Elternbeiträge schon bezahlt wurden, sollte ein schriftlicher Erstattungsantrag gestellt werden. Sind die Elternbeiträge noch nicht bezahlt, sollten keine Elternbeiträge überwiesen werden und Rechtsmittel gegen den ursprünglichen Bescheid eingelegt werden bzw. ein Antrag auf Neubescheidung für die Zeit des Streiks gestellt werden.

Es ist sehr wichtig, dass die Eltern während der Zeit des Streiks keine Elternbeiträge zahlen, da damit ein enormer Druck auf die Kommune ausgeübt wird, der zu einem schnelleren Streikende führen kann.

 

Gebührenerstattung-Musterbrief

Offener Brief an den Kommunalen Arbeitgeberverband Thüringen e.V.

Wir wollen unsere Erzieher_innen zurück!

 

Sehr verehrte Frau Donath,

in der vergangenen Woche haben Sie mir, als Reaktion auf ein Radiointerview von mir als Vorsitzende der Thüringer Landeselternvertretung,  Ihre Stellungnahme zu den Streiks der Erzieher_innen zugesandt. Dort sprechen Sie von Informationsdefiziten bei Eltern. Diesen Vorwurf weise ich entschieden zurück!

Stattdessen ist mir aufgefallen, dass Sie scheinbar mit irreführenden Zahlen operieren. So vergleichen Sie doch anscheinend gezielt Äpfel mit Birnen und setzen z.B.  das Einstiegsgehalt von S 10 mit dem Endgehalt von S 6 in Bezug.

Sie argumentieren, man könne im Kita-Bereich ein Brutto-Entgelt von bis zu 4.748,69 € erzielen. Ja, das stimmt. Allerdings handelt es sich dabei um die Endstufe der Gehaltsgruppe S 17. Die Zahl der Beschäftigten in Kindertagesstätten, die das in Thüringen verdienen, dürfte an den Fingern einer Hand abzuzählen sein. Es gibt in Thüringen insgesamt nur ca. 260 Kindertagessstätten mit mehr als 100 Kindern. Soweit es um den „normalen“ Kita-Bereich geht, wird nach S 17 bezahlt, wer eine Kita mit einer Durchschnittsbelegung von mindestens 180 Plätzen leitet. Die Endstufe, also die Stufe 6, wird (frühestens) im 18. Berufsjahr erreicht.

Die „normale“ Erzieher_in mit staatlicher Anerkennung und entsprechender Tätigkeit sowie sonstige Beschäftigte, die aufgrund gleichwertiger Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausübt, wird derzeit mit S 6 eingruppiert. Das bedeutet aktuell ein Einstiegsgehalt von 2.366,68 € Brutto und in der Endstufe 6, die auch hier frühestens im 18. Berufsjahr erreicht wird, ein Gehalt von 3.389,06 €. Ab dem 5. Berufsjahr hat man die Stufe 4, was 2.946,46 € bedeutet. Wohlgemerkt, alles auf der Basis einer Vollzeitstelle. Viele Erzieherinnen und Erzieher kommen derzeit unfreiwillig höchstens auf einen Stundenanteil von 80 % – was dann ein Bruttoeinstiegsgehalt von rund 1.894 € bedeutet.

Ziel der Erzieher_innen ist eine künftige Eingruppierung nach S 8. Danach werden derzeit u.a. Erzieher_innen mit staatlicher Anerkennung und entsprechender Tätigkeit sowie sonstige Beschäftigte eingruppiert, die aufgrund gleichwertiger Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausüben, mit besonders schwierigen fachlichen Tätigkeiten“. Das bedeutet ein Anfangsgehalt von 2.478,17 € (also gerade mal 111,49 € Brutto mehr) und ein Endgehalt von 3.732,33 € (also 443,27 € mehr) bzw. in der Stufe 4 ein Gehalt von 3.198,33 € (= 251,87 € mehr).

Das heißt, für die Mehrzahl der Beschäftigten bedeutet eine Höhergruppierung um zwei Stufen eine Gehaltserhöhung von weniger als 10% (Stufe 1 um 4,71 %, Stufe 4 um 8,55 %). Den Erzieher_innen geht es dabei nicht nur um mehr Geld, sondern um die Anerkennung des Umstandes, dass ihre Arbeit inzwischen deutlich anspruchsvoller geworden ist,  als bei der Definition von S 6 vorausgesetzt.

Ihnen ist sicher bekannt, dass die meisten Eltern Verständnis für die Forderungen und dem Bekräftigen durch Streik haben, mich eingeschlossen.

Zur Kenntnis haben wir genommen, dass der VkA anscheinend das Subsidiaritätsgebot des SGB VIII nutzt, um die Mitgliedskommunen anzuhalten,  die Einkommen für das Personal durch Vergabe an freie Träger zu senken. Dies ist eindeutig ein Missbrauch des Subsidiaritätsgebotes zu Lasten des Personals und zu Lasten der freien Träger der Jugendhilfe. Wir werden diese offensichtlich bereits geübte Praxis in die Jugendhilfeausschüsse einbringen und auch der obersten Landesjugendbehörde mitteilen.

Weiterhin empfehlen wir Eltern, Einspruch gegen die Gebührenbescheide zu erheben und die Gebühren für die Streiktage zurückzufordern, denn immerhin erspart der Träger (hier die Kommune) für die Streiktage bei den streikenden Erzieher_innen das Gehalt.

Zudem führen Sie an, dass mit einer Gebührenerhöhung von ca. 20% für Eltern zu rechnen sei. Dies halte ich ausdrücklich für Panikmache und den Versuch die Solidarität der Eltern mit den Erzieher_innen zu spalten! Wie Sie meiner Argumentation bereits entnehmen konnten, wird es keine Steigerung der Kosten von 20% geben und somit ist die Androhung einer derartig hohen Gebührensteigerung mit nichts zu begründen. Ich bitte Sie eindringlich, zukünftig nicht weiter mit den Ängsten und Sorgen der Thüringer Eltern zu spielen!

Wir Eltern fordern Sie hiermit nochmals auf, den  Erzieher_innen ein angemessenes Angebot zu unterbreiten und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

 

Mit freundlichem Gruß

Sandy Kirchner
Vorsitzende der Landeselternvertretung für Kindertagesstätten in Thüringen

 

PS: Das Schreiben der KAV finden Sie hier:

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Landeselternvertretung Kita zum Thema Flüchtlingsgipfel

Angesichts des heute in Thüringen stattfindenden Flüchtlingsgipfels ist die Landeselternvertretung Kita besorgt um die Debatte im Themenbereich Kita. Derzeit steht die Sorge um die Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz für Flüchtlingskinder im Vordergrund. „Die Umsetzung sollte doch selbstverständlich sein.“ sagt Sandy Kirchner, Vorsitzende der Thüringer Landeselternvertretung Kita. „Vielmehr sollte es doch darum gehen, Erzieher_Innen in Kitas in Fort- und Weiterbildungen den Erwerb von interkultureller Kompetenz einschließlich der dazugehörigen Kommunikation zu möglichen.“, so Kirchner weiter. Die Finanzierung solcher Maßnahmen ist durch das Thüringer Kindertagesstätteneinrichtungsgesetz vorgesehen und finanziert. Diese Leistung wird aber leider nur in ganz wenigen Landkreisen vollständig abgerufen. Die Integration von Flüchtlingen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der Transparenz und Klarheit gefragt ist. „So hoffen wir, dass das Verwehren der Einladungen zum Thüringer Flüchtlingsgipfel an die Landeselternvertretungen kein Fingerzeig für die zukünftige Zusammenarbeit der Landesregierung mit den Mitwirkungsgremien und auch die Bewertung der Wichtigkeit des Bildungssektors für die Integrationsarbeit ist.“ ärgert sich Tim Wagner, Elternvertreter aus Jena.

Sandy Kirchner
Vorsitzende der Landeselternvertretung für Kindertagesstätten in Thüringen

2. Fachtagung: Thüringer Eltern fragen nach

TLEV-Kita ThüringenThüringer Eltern fragen nach:

Am 29. April 2010 beendete ein nahezu einstimmiges Votum des Thüringer Landtages die jahrelangen Personalengpässe in Thüringer Kindertageseinrichtungen, die vielerorts zu kaum noch tragbaren Zuständen geführt hatten.

Das war zu Beginn der vergangenen Legislatur. Nun, zur Beginn der neuen Legislatur, gestaltet sich eine neue Regierungsbildung schwierig. Angesichts der Medial gezeichneten Schreckgespenster fragen sich Thüringer Eltern:

Ist die neue Landesregierung eine Chance oder eher ein Risiko für unsere Kitas?

In Anbetracht der klammen Kassen der Thüringer Kommunen beschäftigen Eltern Themen wie Gebührenerhöhung, Kosten und Qualität der Verpflegung in den Kitas. Aber auch die neu geschaffenen Mitwirkungsrechte und pädagogische Konzepte, wie die offene Arbeit, stehen für Eltern immer wieder auf der Tagesordnung.

Wir schauen auf die Hintergründe mit Moderator Thomas Schmid.

Einladung

zur 2. Fachtagung der Landeselternvertretung für Kindertagesstätten in Thüringen

am 15. November 2014 ab 9.30 Uhr
im Radisson BLU in Erfurt

Hiermit laden wir alle interessierten Eltern, Erzieherinnen und Erzieher zu unserer zweiten Fachtagung in diesem Jahr ein.

Nach der sehr guten Resonanz unserer ersten Fachtagung möchten wir die Regierungsbildung in Thüringen dazu nutzen, Vertreter der Parteien im Thüringer Landtag zu befragen und die Chancen oder Risiken einer neuen Landesregierung für unsere Kitas zu beleuchten.
Alle weiteren Informationen wie die Themen der Workshop finden Sie in unserem Flyer und auf der Internetseite.

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Aufgrund des hohen Interesses ist eine Anmeldung dringend erforderlich!

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Sandy Kirchner
Vorsitzende der Landeselternvertretung Kindertagesstätten in Thüringen

 

 

 

 

Bertelsmann Ländermonitor frühkindliche Bildungssysteme 2014 vorgestellt

Thüringer Kitas - Landeselternvertretung Kitas ThüringenDer Bertelsmann Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme 2014 wurde heute vorgestellt. Der jährlich erscheinende Ländermonitor bringt nicht viel neue Erkenntnisse mit sich, viele der dort aufgeführten Forderungen stehen auch schon in den vergangenen Studien.

Ziehen wir also ein eigenes Fazit:

Thüringen ist Spitze im Bereich der neuen Bundesländer, was die Betreuung und die Qualität der frühkindlichen Bildung anbetrifft. Der angemahnte Personalschlüssel, bei dem Bremen einen Spitzenplatz einnimmt, wurde von uns in vielen Diskussionsrunden immer wieder angesprochen, die Erfahrungen vieler Erzieherinnen und Erzieher sagen uns aber auch immer wieder, dass der Personalschlüssel in den Thüringer Kitas nicht als problematisch angesehen wird. Wir als Landeselternvertretung Kitas sind nicht bereit, einen besseren Personalschlüssen mit der Aufweichung des Fachkräftegebots zu erkaufen (In Bremen werden Sozialassistenten zur Abdeckung des Personalschlüssels eingesetzt). Gut ausgebildetes Personal und die Qualität der frühkindlichen Bildung sind für uns Priotität Nr. 1.

Thüringen ist eines der wenigen Bundesländern mit einem Bildungsplan bis 10 Jahre, der die Grundlage der frühkindlichen Bildung in unseren Kitas beschreibt.

Ein weiterer wichtiger Punkt für uns Eltern ist das ElternMitWirkungsrecht, welches im Thüringer Kita-Gesetz verankert ist. Diesem Mitwirkungsrecht haben wir die sehr guten Strukturen der Elternvertretung zu verdanken. In unseren Gesprächen mit Elternvertretungen anderer Bundesländer gilt die Thüringer Elternvertretung immer wieder als Positiv-Beispiel.

Im letzten Jahr führten wir Gespräche mit er heutigen Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig zu einem bundeseinheitlichen Qualitätsgesetz im Bereich der frühkindlichen Bildung. Hier sollen Mindeststandards festgelegt werden. Dieses bundeseinheitliche Qualitätsgesetz wurde in den Koalitionsverhandlungen im Bund mit in den Koalitionsvertrag aufgenommen.

Ein nicht zu unterschätzender Punkt ist auch die im Thüringer Kita-Gesetz festgeschriebene Mittagsverpflegung. Vor allem im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist es wichtig, dass die Kinder nicht über Mittag den Heimweg antreten müssen.

Baustellen gibt es natürlich auch in Thüringen, man kann die Probleme aber hier nicht pauschalisieren. Die Probleme in den Ballungsgebieten sind sicher ganz andere als auf dem Land. Eine veränderte Finanzierung der Thüringer Kitas durch das Land ist weiter eines unserer Hauptforderungen. Wir kämpfen auch weiterhin für die zweckgebundene Ausreichung der Finanzmittel für den Bereich Kita.

Eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der frühkindlichen Bildung ist ebenfalls erforderlich, dies wird im Ländermonitor ebenfalls so gesehen. Eine Aufstockung der Zahl der Erzieherinnen und Erzieher um 7850 Vollzeitstellen sehen wir als illusorisch an.

Den Ländermonitor finden Sie unter http://www.laendermonitor.de/

 

Schöne Ferienzeit für alle Eltern, Kinder und ErzieherInnen

felix-sommer-4606Wir wünschen allen Kitakindern einen schönen Ferienstart, tolle Urlaubstage, super Wetter und alles, was ihr euch selbst wünscht.

Allen Kindern, die die Kita im August verlassen wünschen wir einen super Start in die Schule.

Allen Eltern wünschen wir natürlich auch eine erholsame Zeit in der Familie.

An alle Erzieherinnen und Erzieher noch einmal Danke für die tolle Arbeit, die Ihr/Sie im vergangenen Kitajahr geleistet habt. Eure und unsere Arbeit bildet den Grundstein für das gesamte weitere Leben unserer Kleinsten.

Vielen Dank an alle Erzieherinnen und Erzieher

Sandy Kirchner - Landeselternsprecherin Kindertagesstätten ThüringenLiebe ErzieherInnen,

heute ist der bundesweite Tag der Kinderbetreuung. Wir Eltern nehmen diesen Tag der Kinderbetreuung gern zum Anlass, allen Erzieherinnen und Erziehern für ihr tägliches Engagement und ihre gesellschaftlich so wichtige Arbeit herzlich zu danken.

Die Anforderungen an den Beruf der Erzieherinnen und Erzieher steigen. Es geht schon lange nicht mehr allein um eine liebevolle Betreuung. Kitas sind Bildungsstätten, wo die Kinder frühkindliche Bildung erfahren. Die Erzieherinnen und Erzieher sind dabei ganz zentrale Bezugspersonen nicht nur für die Kinder, sondern auch für deren Eltern.

Erzieherinnen und Erzieher tragen eine große Verantwortung. Ihr Beruf verdient mehr Wertschätzung – sowohl gesellschaftlich als auch finanziell. Ein Dankeschön am Tag der Kinderbetreuung reicht deshalb nicht aus. Bei der wichtigen Diskussion um die Anzahl der Kitaplätze dürfen wir nicht die Qualität der Kinder-betreuung aus den Augen verlieren. Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen für den ErzieherInnen-Beruf. Dazu gehören eine bessere Entlohnung ebenso wie gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Gute Erzieherinnen und Erzieher sind wichtig für unserer Kinder. Wir werden uns deshalb auch in Zukunft für gute Arbeitsbedingungen in qualitativ hochwertigen Kitas einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Sandy Kirchner

Kreiselternsprechersitzung am 13.3.2014 mit einstimmigem Votum für Qualität in Thüringer Kitas

Am 13.3.2014 haben wir im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur die 2. Kreiselternsprechersitzung im Jahr 2014 durchgeführt. Zu Beginn erfolgte ein Bericht durch Sandy Kirchner über die bisherige Aktionen, wie die Fachtagung „Billige Kita mit bester Qualität“, den Anschub der Gründung eines Elterngremium auf Bundesebene, die verschiedenen Pressemitteilungen und Radiointerviews und die Gründung des „Bündnis für gute Kitas“, der Offene Brief an die Thüringer Kommunalen Spitzenverbände und die Diskussionsrunden mit den Bildungspolitischen Sprechern im Thüringer Landtag. Im Anschluss berichtete Torsten Fritsche als Vertreter der Landeselternvertretung im Landesjugendhilfeausschuss über die dortigen Entwicklungen.

Die wichtigeste Diskussion an diesem Abend wurde über die Qualität in den Thüringer Kindertagsstätten geführt. Alle anwesenden Kreiselternsprecher und Sprecher der kreisfreien Städte sprachen sich einstimmig dafür aus, keine Absenkungen bei den Standards in der Frühkindlichen Bildung zu zulassen. Qualität muss in der Bildung an erster Stelle stehen.

Danach informierten wir über die Verfahrensweise der Kita-Finanzierung (die Folien sind im download-Bereich zu finden) und erstellten grobe Jahresplanung

Themen für die nächsten Kreiselternsprechersitzungen wurden festgelegt:

Vorschlag:

  • Bildungsplan und Übergang Kita-Schule
  • Vorschlag: Inklusion

Ideen und Vorschläge für die Wahlprüfsteine sollen bis zum 31.3.2014 an es@tlev-kita.de gesendet werden.

  • 15. März 18:30 Uhr Auftaktveranstaltung mit Spitzenkandidaten im Augustinerkloster in Erfurt
  • 6. Mai AG1 Beirat Inklusion (nicht öffentlich)
  • 9. Mai Röblinglauf MHL

 

2. Diskussionsrunde mit den bildungspolitischen Sprechern der Fraktionen im Thüringer Landtag

2. Diskussionsrunde der Thüringer Landeselternvertretung Kindertagesstätten im Thüringer Landtag

Am 16. Oktober des letzten Jahres haben wir gemeinsam mit der Elterninitiative „Gegen Kitagebühren“ den Forderungskatalog der Thüringer Elternschaft vorgestellt. Im Nachgang dieser Veranstaltung haben alle Fraktionen des Thüringer Landtages Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Zu einer ersten Diskussionsrunde zum Thema „Wege zu einer noch besseren Kita-Landschaft in Thüringen“ haben wir uns bereits am 28.01.2014 im Thüringer Landtag zusammen gefunden. Als Fazit der Diskussionsrunde gilt es festzuhalten: „Gebührenfreiheit für Eltern ist ein charmanter Gedanke!“. Wir sind mit dem Ziel auseinander gegangen, dass Jeder konkrete Ideen erarbeitet, wie der Einstieg oder die Umsetzung der Gebührenfreiheit für Eltern erfolgen könnte.

Am 11. 3. 2014 konnte die Landeselternvertretung Kindertagesstätten die bildungspolitischen Sprecher der Fraktionen, Herrn Michael Panse (CDU-Stadtratsfraktion Erfurt), Bettina Löbl (Volksbegehren für eine bessere Familienpolitik) und die Elterininitiative gegen Kitagebühren  im Thüringer Landtag zur 2. Diskussionsrunde begrüßen. Diskutiert wurde darüber, ob der Einstieg in die Gebührenfreiheit vorerst über ein kostenfreies Kita-Jahr vorgenommen werden könne. Hierbei herschte breite Einigkeit darüber, dass es nach Möglichkeit das erste Betreuungsjahr sein sollte, damit den Kindern ein früher Zugang zur Kita ermöglicht wird.

Als Elternvertreter können wir dieses Vorhaben begrüßen, wobei wir mit den Fraktionen der SPD, DIE LINKE und den Grünen darüber einstimmen, dass jede Familie grundsätzlich selbst darüber entscheiden soll, welches Betreuungsmodell das jeweils RICHTIGE ist. Auch das Familienbetreuungsmodell ist in die Überlegungen mit eingeflossen und so sprach man sich dafür aus, dass jeweils erste Betreuungsjahr des Kindes kostenfrei zu gestalten, damit keine Familie aufgrund der Wahl des Betreuungsmodells benachteiligt wird. Faierweise sollte hier gesagt werden, dass Volker Emde (CDU) kein Einstiegsmodell in die Gebührenfreiheit vorstellen konnte, da er keinen finanziellen Spielraum dafür sieht. Momentan unken die Kommunen, dass Kita zu teuer ist. Professor Dr. Roland Merten war als Vertreter des zuständigen Ministeriums anwesend und diskutierte nochmals mit uns die Kita-Finanzierung und den KFA mit dem Ergebnis, dass der KFA eine große Zielungenau aufweist. Er war sich aber auch sicher, dass die Kommunen weiter unken würden, wenn KFA zielgenauer wäre, da in den Kommunen oft andere (möglicherweise nachvollziehbare) Prioritäten herschen. Als eine Möglichkeit sah er ein Kippen des Kooperationsverbotes im Bund.

Es wurde aber auch wieder deutlich, dass man die Gebührenfreiheit nicht unabhängig von der Qualität in Kindertagesstätten diskutieren kann. So wünschernswert ein Einstieg in die Gebührenfreiheit auch ist, eine Absenkung der Qualitätsstandards in der Frühkindlichen Bildung darf es unter keinen Umständen geben. Bertelsmann und OSZE zeigen, dass wir noch heute im Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt liegen.

Fachtagung Workshop 1 – Schluss mit Gebührendickicht und überzogenen Kitagebühren

Fachtagung „Billige Kitas mit bester Qualität?“ am 8. Februar 2014, FH Erfurt

Workshop 1 – Schluss mit Gebührendickicht und überzogenen Kitagebühren

Moderation: Torsten Fritsche
Gesprächspartner: Henrik Wenzel Elterninitiative „Gegen Kita-Gebühren“, Christian Möller, TMSFG

Warum Kostenfreiheit? Diese gewollt plakative Forderung macht deutlich, dass die Eltern nicht nur durch Liebe und Zeit in den Nachwuchs „investieren“, sondern nicht unerheblich mit enormen Geldaufwendungen. Wie werden die Familien entlastet? Zu wenig! Lt. aktueller Studie der Bertelsmannstiftung zahlen Kinder von heute 70 T Euro mehr in die Rentenkasse ein, als sie jemals an Leistungen erhalten. Eltern sind im Alter benachteiligt, das ist ein offenes Geheimnis. Die Familie muss entlastet werden, um die Einrichtung Familie attraktiv zu gestalten.

Aber: Kostenfreiheit darf nicht zu Lasten der Qualität im Hinblick auf Entlohnung der Fachkräfte realisiert werden. Die gut ausgebildeten Fachkräfte wandern in andere Bundesländer ab. Das kann nicht das Ziel der guten Ausbildung in Thüringen sein. Der Ausbildungsberuf muss attraktiver werden, im Hinblick auf die Entlohnung in der Ausbildung und nach der Ausbildung. Tarifentlohnung nach öffentlichem Dienst (TVÖD) muss absolutes Minimum werden! Idealismus, die innere Einstellung allein reicht nicht um einen guten Job in seinem Beruf zu machen. Das ist nicht nur im sozial- und pädagogischen Bereich der Fall! „Die Bezahlung, mind. Nach TVÖD, ist ein Maß an Wertschätzung, dies muss zur Selbstverständlichkeit werden!“, erörtert Henrik Wenzel als Elternvertreter eine der Forderungen, die im Forderungskatalog verankert an die Landespolitik gerichtet ist.

Der Zielkonflikt ist hausgemacht: Thüringer Kitas werden zu ca. 70% von freien Trägern bewirtschaftet. Diese zahlen mehrheitlich nicht nach TVÖD und damit ca. 30 Mio Euro weniger Lohn und Gehalt an das Personal. Das jüngst diskutierte kostenfreie Kitajahr kostet das Land ca. 20 Mio Euro, die es weniger an Elternbeiträgen einnimmt. Eine zeitgleiche Erfüllung beider Forderungen ist wirtschaftlich nicht realisierbar.
Die richtige Schrittfolge einhalten, appelliert Christian Möller. Zuerst an der vernünftigen Bezahlung der Erzieher und des pädagogischen Personals arbeiten, dann schrittweise zur Kostenfreiheit übergehen. Unterstützung vom BUND ist bei beiden Schritten unerlässlich.