Thüringer Kitas - Landeselternvertretung Kitas ThüringenDer Bertelsmann Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme 2014 wurde heute vorgestellt. Der jährlich erscheinende Ländermonitor bringt nicht viel neue Erkenntnisse mit sich, viele der dort aufgeführten Forderungen stehen auch schon in den vergangenen Studien.

Ziehen wir also ein eigenes Fazit:

Thüringen ist Spitze im Bereich der neuen Bundesländer, was die Betreuung und die Qualität der frühkindlichen Bildung anbetrifft. Der angemahnte Personalschlüssel, bei dem Bremen einen Spitzenplatz einnimmt, wurde von uns in vielen Diskussionsrunden immer wieder angesprochen, die Erfahrungen vieler Erzieherinnen und Erzieher sagen uns aber auch immer wieder, dass der Personalschlüssel in den Thüringer Kitas nicht als problematisch angesehen wird. Wir als Landeselternvertretung Kitas sind nicht bereit, einen besseren Personalschlüssen mit der Aufweichung des Fachkräftegebots zu erkaufen (In Bremen werden Sozialassistenten zur Abdeckung des Personalschlüssels eingesetzt). Gut ausgebildetes Personal und die Qualität der frühkindlichen Bildung sind für uns Priotität Nr. 1.

Thüringen ist eines der wenigen Bundesländern mit einem Bildungsplan bis 10 Jahre, der die Grundlage der frühkindlichen Bildung in unseren Kitas beschreibt.

Ein weiterer wichtiger Punkt für uns Eltern ist das ElternMitWirkungsrecht, welches im Thüringer Kita-Gesetz verankert ist. Diesem Mitwirkungsrecht haben wir die sehr guten Strukturen der Elternvertretung zu verdanken. In unseren Gesprächen mit Elternvertretungen anderer Bundesländer gilt die Thüringer Elternvertretung immer wieder als Positiv-Beispiel.

Im letzten Jahr führten wir Gespräche mit er heutigen Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig zu einem bundeseinheitlichen Qualitätsgesetz im Bereich der frühkindlichen Bildung. Hier sollen Mindeststandards festgelegt werden. Dieses bundeseinheitliche Qualitätsgesetz wurde in den Koalitionsverhandlungen im Bund mit in den Koalitionsvertrag aufgenommen.

Ein nicht zu unterschätzender Punkt ist auch die im Thüringer Kita-Gesetz festgeschriebene Mittagsverpflegung. Vor allem im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist es wichtig, dass die Kinder nicht über Mittag den Heimweg antreten müssen.

Baustellen gibt es natürlich auch in Thüringen, man kann die Probleme aber hier nicht pauschalisieren. Die Probleme in den Ballungsgebieten sind sicher ganz andere als auf dem Land. Eine veränderte Finanzierung der Thüringer Kitas durch das Land ist weiter eines unserer Hauptforderungen. Wir kämpfen auch weiterhin für die zweckgebundene Ausreichung der Finanzmittel für den Bereich Kita.

Eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der frühkindlichen Bildung ist ebenfalls erforderlich, dies wird im Ländermonitor ebenfalls so gesehen. Eine Aufstockung der Zahl der Erzieherinnen und Erzieher um 7850 Vollzeitstellen sehen wir als illusorisch an.

Den Ländermonitor finden Sie unter http://www.laendermonitor.de/