Archiv für den Monat: März 2014

Kreiselternsprechersitzung am 13.3.2014 mit einstimmigem Votum für Qualität in Thüringer Kitas

Am 13.3.2014 haben wir im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur die 2. Kreiselternsprechersitzung im Jahr 2014 durchgeführt. Zu Beginn erfolgte ein Bericht durch Sandy Kirchner über die bisherige Aktionen, wie die Fachtagung „Billige Kita mit bester Qualität“, den Anschub der Gründung eines Elterngremium auf Bundesebene, die verschiedenen Pressemitteilungen und Radiointerviews und die Gründung des „Bündnis für gute Kitas“, der Offene Brief an die Thüringer Kommunalen Spitzenverbände und die Diskussionsrunden mit den Bildungspolitischen Sprechern im Thüringer Landtag. Im Anschluss berichtete Torsten Fritsche als Vertreter der Landeselternvertretung im Landesjugendhilfeausschuss über die dortigen Entwicklungen.

Die wichtigeste Diskussion an diesem Abend wurde über die Qualität in den Thüringer Kindertagsstätten geführt. Alle anwesenden Kreiselternsprecher und Sprecher der kreisfreien Städte sprachen sich einstimmig dafür aus, keine Absenkungen bei den Standards in der Frühkindlichen Bildung zu zulassen. Qualität muss in der Bildung an erster Stelle stehen.

Danach informierten wir über die Verfahrensweise der Kita-Finanzierung (die Folien sind im download-Bereich zu finden) und erstellten grobe Jahresplanung

Themen für die nächsten Kreiselternsprechersitzungen wurden festgelegt:

Vorschlag:

  • Bildungsplan und Übergang Kita-Schule
  • Vorschlag: Inklusion

Ideen und Vorschläge für die Wahlprüfsteine sollen bis zum 31.3.2014 an es@tlev-kita.de gesendet werden.

  • 15. März 18:30 Uhr Auftaktveranstaltung mit Spitzenkandidaten im Augustinerkloster in Erfurt
  • 6. Mai AG1 Beirat Inklusion (nicht öffentlich)
  • 9. Mai Röblinglauf MHL

 

2. Diskussionsrunde mit den bildungspolitischen Sprechern der Fraktionen im Thüringer Landtag

2. Diskussionsrunde der Thüringer Landeselternvertretung Kindertagesstätten im Thüringer Landtag

Am 16. Oktober des letzten Jahres haben wir gemeinsam mit der Elterninitiative „Gegen Kitagebühren“ den Forderungskatalog der Thüringer Elternschaft vorgestellt. Im Nachgang dieser Veranstaltung haben alle Fraktionen des Thüringer Landtages Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Zu einer ersten Diskussionsrunde zum Thema „Wege zu einer noch besseren Kita-Landschaft in Thüringen“ haben wir uns bereits am 28.01.2014 im Thüringer Landtag zusammen gefunden. Als Fazit der Diskussionsrunde gilt es festzuhalten: „Gebührenfreiheit für Eltern ist ein charmanter Gedanke!“. Wir sind mit dem Ziel auseinander gegangen, dass Jeder konkrete Ideen erarbeitet, wie der Einstieg oder die Umsetzung der Gebührenfreiheit für Eltern erfolgen könnte.

Am 11. 3. 2014 konnte die Landeselternvertretung Kindertagesstätten die bildungspolitischen Sprecher der Fraktionen, Herrn Michael Panse (CDU-Stadtratsfraktion Erfurt), Bettina Löbl (Volksbegehren für eine bessere Familienpolitik) und die Elterininitiative gegen Kitagebühren  im Thüringer Landtag zur 2. Diskussionsrunde begrüßen. Diskutiert wurde darüber, ob der Einstieg in die Gebührenfreiheit vorerst über ein kostenfreies Kita-Jahr vorgenommen werden könne. Hierbei herschte breite Einigkeit darüber, dass es nach Möglichkeit das erste Betreuungsjahr sein sollte, damit den Kindern ein früher Zugang zur Kita ermöglicht wird.

Als Elternvertreter können wir dieses Vorhaben begrüßen, wobei wir mit den Fraktionen der SPD, DIE LINKE und den Grünen darüber einstimmen, dass jede Familie grundsätzlich selbst darüber entscheiden soll, welches Betreuungsmodell das jeweils RICHTIGE ist. Auch das Familienbetreuungsmodell ist in die Überlegungen mit eingeflossen und so sprach man sich dafür aus, dass jeweils erste Betreuungsjahr des Kindes kostenfrei zu gestalten, damit keine Familie aufgrund der Wahl des Betreuungsmodells benachteiligt wird. Faierweise sollte hier gesagt werden, dass Volker Emde (CDU) kein Einstiegsmodell in die Gebührenfreiheit vorstellen konnte, da er keinen finanziellen Spielraum dafür sieht. Momentan unken die Kommunen, dass Kita zu teuer ist. Professor Dr. Roland Merten war als Vertreter des zuständigen Ministeriums anwesend und diskutierte nochmals mit uns die Kita-Finanzierung und den KFA mit dem Ergebnis, dass der KFA eine große Zielungenau aufweist. Er war sich aber auch sicher, dass die Kommunen weiter unken würden, wenn KFA zielgenauer wäre, da in den Kommunen oft andere (möglicherweise nachvollziehbare) Prioritäten herschen. Als eine Möglichkeit sah er ein Kippen des Kooperationsverbotes im Bund.

Es wurde aber auch wieder deutlich, dass man die Gebührenfreiheit nicht unabhängig von der Qualität in Kindertagesstätten diskutieren kann. So wünschernswert ein Einstieg in die Gebührenfreiheit auch ist, eine Absenkung der Qualitätsstandards in der Frühkindlichen Bildung darf es unter keinen Umständen geben. Bertelsmann und OSZE zeigen, dass wir noch heute im Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt liegen.

Fachtagung Workshop 1 – Schluss mit Gebührendickicht und überzogenen Kitagebühren

Fachtagung „Billige Kitas mit bester Qualität?“ am 8. Februar 2014, FH Erfurt

Workshop 1 – Schluss mit Gebührendickicht und überzogenen Kitagebühren

Moderation: Torsten Fritsche
Gesprächspartner: Henrik Wenzel Elterninitiative „Gegen Kita-Gebühren“, Christian Möller, TMSFG

Warum Kostenfreiheit? Diese gewollt plakative Forderung macht deutlich, dass die Eltern nicht nur durch Liebe und Zeit in den Nachwuchs „investieren“, sondern nicht unerheblich mit enormen Geldaufwendungen. Wie werden die Familien entlastet? Zu wenig! Lt. aktueller Studie der Bertelsmannstiftung zahlen Kinder von heute 70 T Euro mehr in die Rentenkasse ein, als sie jemals an Leistungen erhalten. Eltern sind im Alter benachteiligt, das ist ein offenes Geheimnis. Die Familie muss entlastet werden, um die Einrichtung Familie attraktiv zu gestalten.

Aber: Kostenfreiheit darf nicht zu Lasten der Qualität im Hinblick auf Entlohnung der Fachkräfte realisiert werden. Die gut ausgebildeten Fachkräfte wandern in andere Bundesländer ab. Das kann nicht das Ziel der guten Ausbildung in Thüringen sein. Der Ausbildungsberuf muss attraktiver werden, im Hinblick auf die Entlohnung in der Ausbildung und nach der Ausbildung. Tarifentlohnung nach öffentlichem Dienst (TVÖD) muss absolutes Minimum werden! Idealismus, die innere Einstellung allein reicht nicht um einen guten Job in seinem Beruf zu machen. Das ist nicht nur im sozial- und pädagogischen Bereich der Fall! „Die Bezahlung, mind. Nach TVÖD, ist ein Maß an Wertschätzung, dies muss zur Selbstverständlichkeit werden!“, erörtert Henrik Wenzel als Elternvertreter eine der Forderungen, die im Forderungskatalog verankert an die Landespolitik gerichtet ist.

Der Zielkonflikt ist hausgemacht: Thüringer Kitas werden zu ca. 70% von freien Trägern bewirtschaftet. Diese zahlen mehrheitlich nicht nach TVÖD und damit ca. 30 Mio Euro weniger Lohn und Gehalt an das Personal. Das jüngst diskutierte kostenfreie Kitajahr kostet das Land ca. 20 Mio Euro, die es weniger an Elternbeiträgen einnimmt. Eine zeitgleiche Erfüllung beider Forderungen ist wirtschaftlich nicht realisierbar.
Die richtige Schrittfolge einhalten, appelliert Christian Möller. Zuerst an der vernünftigen Bezahlung der Erzieher und des pädagogischen Personals arbeiten, dann schrittweise zur Kostenfreiheit übergehen. Unterstützung vom BUND ist bei beiden Schritten unerlässlich.

Fachtagung Workshop 5 – Inklusion

Fachtagung „Billige Kitas mit bester Qualität?“ am 8. Februar 2014, FH Erfurt

Workshop 5: Inklusion auf Teufel komm raus – Fluch oder Segen?

Moderation: Bettina Löbl
Gesprächspartner: Prof. Dr. Roland Merten, Staatssekretär TMBWK, Dr. Henry Kreikenbom
Protokoll: Bettina Löbl

 

Das Anliegen:

Inklusion als zentraler Gedanke der UN-Behindertenrechtskonvention geht die gesamte Gesellschaft an. Auch Kindertageseinrichtungen dürfen sich dieser Idee nicht verschließen. Die Veränderungen im § 7 Thür.KitaG leiteten in Thüringen einen Paradigmenwechsel ein. Seit 2010 gilt, dass die gemeinsame Förderung von Kindern mit und ohne Behinderung in allen Kindertageseinrichtungen – vorrangig in Regeleinrichtungen erfolgt. Nur wenn eine dem Bedarf entsprechende Förderung nicht gewährleistet werden kann, sollen Kinder mit Behinderungen in Integrative Einrichtungen aufgenommen werden.

Es stellen sich Fragen wie:

Sind Regeleinrichtungen wirklich optimal für Kinder mit Behinderungen? Was bedeutet das für die räumliche, sächliche und personelle Ausstattung der Kitas? Was brauchen die Regeleinrichtungen um behinderte Kinder dem Bedarf entsprechend betreuen zu können? Was brauchen Kinder mit Behinderung? Was brauchen Eltern / Familien behinderter Kinder? Haben es Eltern heute leichter einen Platz für ihr behindertes Kind in einer Regeleinrichtung zu bekommen. Wie reagieren Eltern „gesunder“ Kinder auf Kinder mit Behinderung in Regeleinrichtungen? Brauchen wir perspektivisch noch intergrative Kitas und Frühförderstellen?

Teilnehmerkreis: Kita-Leiterinnen, ErzieherInnen, Kita-Träger, LandesfachberaterInnen, FachberaterInnen (komm./freie Träger), Sonderpädagogen, Frühförderstellen

Die Ergebnisse

Prof. Dr. Merten

  • Noch stehen wir in Thüringen am Anfang eines langen Prozesses auf dem Weg zur Umsetzung des § 7 ThürKitaG.
  • Es geht voran, aber nicht immer schnell genug.
  • Mit Inklusion kann man nicht sparen und will man auch nicht.
  • Durch das TMBWK wird es keine Vorgabe geben, wie intergrative Kitas zukünftig heißen sollen / bzw. welche Einrichtungsform sie sein sollen.
  • Der Ansatz in einer Kindergruppe dürfen nicht mehr als 25 % Kinder mit besonderem Förderbedarf sein, wird nicht haltbar sein. Es geht um eine bedarfsentsprechende Förderung.
  • Ein Problem für die Fachkräfte stellen die immer höher werdenden Ansprüche von Eltern mit immer mehr Forderungen nach Mitsprache in den Kitas dar.
  • TMBWK will zeitnah einen Sonderpädagogischen Lehrstuhl einrichten um Professionalisierung und Akademisierung voranzutreiben.
  • Inklusion bezieht sich nicht nur auf Kinder mit Behinderungen sondern bezieht sich auf alle Kinder und impliziert eine individuelle Förderung jedes Kindes.

 

Dr. Henry Kreikenbom:

  • Der Weg zum Ziel muss genau beschrieben und kurz- bzw. mittelfristige Maßnahmen geschildert werden.
  • Es muss geklärt werden, welche (weiteren) gesetzlichen Änderungen notwendig sind, welche Adressaten und Zuständigkeiten zusammen geführt werden müssen.
  • Integrative Einrichtungen werden auch zukünftig ihre Berechtigung haben. Es muss eine breite Definition von Behinderung geben und eine Klärung erfolgen wo die Grenzen sind – welches Kind soll in eine Regelkita, welches in eine integrative Kita gehen.

 

Weitere Aussagen von WorkshopteilnehmerInnen:

  • Der Prozess der Inklusion braucht eine intensive Begleitung. Die Kitas dürfen damit nicht allein gelassen werden.
  • Die Unterstützung durch die zuständigen Fachämter ist zwingend erforderlich.
  • Gesamtgesellschaftlich sind Haltungsänderungen notwendig. Jedes Kind braucht individuelle Förderung. Jeder muss so akzeptiert werden, wie er ist.
  • Thema Inklusion gehört zukünftig in die Ausbildung aller sozialen Berufe.
  • Ein Problem ist das zunehmende Fehlen von gut ausgebildeten, geeigneten Fachkräften.
  • Wir brauchen in Kitas multiprofessionelle Teams, die per Fallbesprechung konkrete Förderbedarfe für jedes Kind beschreiben.
  • Jeder muss sich selbst auf den Weg machen und mit Inklusion beginnen und darf nicht darauf warten, dass es andere machen.
  • Es muss eine schnellere Gutachtenererstellung durch Amtsärzte und eine schnellere Bewilligung durch Sozialämter erfolgen. Oft ist der einzelne Sachberarbeiter das Problem, der Akten nicht zügig bearbeitet.
  • Wir brauchen eine bessere Vernetzung / Zusammenarbeit von ErzieherInnen, Ärzten, Frühförderstellen, zuständigen Ämtern und Eltern. Dabei stellt der Datenschutz immer wieder eine große Herausforderung dar im Interesses des Kindes handeln zu können.
  • Es müssen gute Grundlagen für einen gelingenden Übergang von einer Institution zur anderen geschaffen werden. Familien – Kita/Tagesmutter – Grundschulen …
  • Es muss geklärt werden, welche Perspektiven Integrative Kitas und Frühförderstellen haben.
  • Die barrierefreie Sanierung vieler Kitas ist sehr kostenaufwendig und oft ein großes Problem.
  • Die Einordnung der Leistungstypen nach Landesrahmenvertrag muss überarbeitet werden.
  • Die Bezahlung der Fachleistungsstunden für Fachkräfte für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf muss den Anforderungen an die Qualifikation der Fachkräfte angepasst werden.
  • Alle sind sich einig: das Ziel ist richtig, nur über den Weg muss immer wieder diskutiert werden. Man muss schauen, wo es schneller gehen kann und wo auf die Bremse getreten werden muss.

Fachtagung Workshop4 – ElternMitWirkung

Fachtagung „Billige Kitas mit bester Qualität?“ am 8. Februar 2014, FH Erfurt

Workshop 4: Eltern mit Wirkung – Wenn Eltern mehr als nur Kuchen backen wollen

Moderation: Jörg Esser
Gesprächspartner: Birgit Neubert (Betriebsrat JULgGmbH), Kathrin Baudisch (Kita-Förderverein Butzemannhaus MHL), Bernhard Stadelmann (stelv. Landeselternsprecher Kitas Thüringen)

Ergebnisse des Workshops ElternMitWirkung

  • häufigstes Problem ist fehlende oder fehlende oder falsche Kommunikation zwischen Eltern und Erzieherinnen/Erziehern
  • bei Problemen in der Kommunikation oder den Vorstellungen der ElternMitWirkung in der Kita – Stadtelternvertreter oder Kreiselternvertreter zu Hilfe ziehen
  • die Gesetzeslage sollte auf beiden Seiten bekannt sein – im Download-Bereich unserer Webseite finden Sie das Kita-Gesetz und die Kita-Verordnung
  • Elternsprecher sollten sich als Moderator, als Schnittstelle zwischen Eltern und Erzieherinnen/Erziehern und/oder Kita-Leitung verstehen
  • Grenzen der ElternMitWirkung beginnen da, wo Persönlichkeitsrechte und Datenschutz einsetzen
  • Fazit: Denkt immer daran, es geht um das Kind, nicht um das Ego der Eltern, Erzieherinnen/Erzieher oder Kita-Leitungen!

 

Die Präsentation des Workshops finden Sie unten als download im PDF-Format:

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Fachtagung Workshop 3 – Kitafinanzierung

Fachtagung „Billige Kitas mit bester Qualität?“ am 8. Februar 2014, FH Erfurt

Workshop 3: Kommunale Zwänge vs. Ausfinanzierung durch den Freistaat Thüringen

Moderation: Sandy Kirchner
Gesprächspartner: StS Prof. Roland Merten, OB Andreas Bausewein, Birgit Pelke (SPD), Michael Panse (CDU), Markus Edom

Ergebnisse des Workshops Kita-Finanzierung

  • Thüringer Kommunen sind nicht auskömmlich finanziert!
  • Der Bereich Kita wird vollumfänglich durch das Land ausfinanziert!
  • Höhe der Elternbeiträge ist eine Frage der politischen Prioritätensetzung!
  • Kita-Finanzierung lässt sich nicht ohne die Themen der gerechten Entlohnung für das Personal in Kitas, bauliche Sanierung und sozialverträgliche Elternbeiträge diskutieren!
  • Da der Landeshaushalt schrumpft, ist nicht davon auszugehen, dass die Zuweisungen für die Kommunen erhöht werden, deshalb scheint als einzig probates Mittel, die Möglichkeit der Zweckbindung der Gelder für die Kita-Finanzierung!!!

 

Die Präsentation des Workshops finden Sie unten als download im PDF-Format:

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Fachtagung: Workshop 6 – Wozu ausgebildete Fachkräfte in Kitas und warum so viele? – Wo klemmt es?

Fachtagung „Billige Kitas mit bester Qualität?“ am 8. Februar 2014, FH Erfurt

Workshop 6: Wozu ausgebildete Fachkräfte in Kitas und warum so viele?  – Wo klemmt es?

Moderation: Petra Rechenbach, Birgit Lehmann
Protokoll: Peter Häusler

Teilnehmerkreis:

  • Hauptsächlich Fachkräfte
  • Eine Mutter
  • Kein Kommunalpolitiker

Die Ergebnisse:

Thüringer Bildungsplan:

  • Kernpunkt des TBP (Blick vom Kind aus) ist noch immer nicht überall angekommen.
  • Bisweilen gibt es auch Umsetzungsprobleme, die mit Personalmangel zu tun haben (siehe unten).
  • TBP in den Schulen deutlich weniger angekommen, als in den Kitas.

Ausbildung:

  • Die Fachschulausbildung ist optimierungsfähig
    – Es gibt Praktikantinnen aus FS, die noch nie etwas vom TBP gehört haben
    – Es gibt freie Schulen, die jeden Schüler durchziehen
    – Haltung zum Kind spiegelt sich in den Zeugnissen nicht wieder
    – Fall: Beurteilung aus der Einrichtung wird von der Fachschule ignoriert

    => Praxis muss in der Ausbildung ein größeres Gewicht bekommen. Praxis an den Anfang
    der Ausbildung.
    => U.a. Praktikum als Zugangsvoraussetzung zur FS-Ausbildung

  • Bessere Verzahnung Kitas/ Fachschulen, Fachkräfte aus der Praxis müssen als Honorarkräfte Zugang zu den Fachschulen bekommen und dort Fachpraxis unterrichten
  • Viele Einrichtungen können Praktikumsbegleitung (Mentoren) nicht absichern =>hier muss am Gesetz etwas geändert werden
  • Zusätzlich werden Praktikumsplätze für Studenten im sozialen Bereich (von Studenten) gewünscht.

Weiterbildung, Fachberatung

  • Viele Weiterbildungsveranstaltungen sind „Bummiveranstaltungen“.
  • Fachberatung in einigen Landkreisen suboptimal. Wird häufig für administrative Aufgaben missbraucht
    = > es muss spezifiziert werden, dass FB dazu da ist, vor Ort prozessbegleitend zu beraten.

Kompetenzweitergabe/ Kompetenzgefälle

  • Austausch unter den Kitas findet zu wenig statt
  • Bisweilen werden persönliche  Konflikte unter den Fachkräften auf dem Rücken der Kinder ausgetragen => Angebote der Supervision nötig
  • Unterschiedliche Ausbildungswege: es gibt in den Kitas oft keine Mechanismen, mit dieser Problematik umzugehen.
    Praxis vs. Theorie, akademischer Berufsabschluss vs. Fachschulabschluss.
  • Beruf Erzieher muss auch über entsprechende Entlohnung wertgeschätzt werden

Personalausstattung

  • Die Personalausstattung (Personalschlüssel) wird unterschiedlich bewertet, aber ein Zurückgehen hinter 2010 wird einstimmig abgelehnt. Kritisiert wird v.a. der Personalschlüssel bei Kindern über 3 Jahren
  • Das Fachkräfteprinzip steht nicht zur Disposition
  • Krankenstand als großes Problem. Insbesondere Langzeitausfälle oder wenn mehrere KollegInnen gleichzeitig ausfallen.
  • Überforderungsanzeigen der Leiter als Möglichkeit, sich zu wehren und auf dieses Problem aufmerksam zu machen.
  • Die Kappungsgrenze der Leitungsstellen muss weg. Kleine Einrichtungen brauchen mindestens 0,5 Personalstellen für Leitung
  • Planungssicherheit durch ständige Personal-Nachregelung nicht gegeben
  • Bezahlungsproblem: kommunale Träger TVöD, freie Träger oft darunter
    =>häufiger Personalwechsel als Problem bei FT

Aufsicht

  • Landesfachberater kommen nicht aus dem Kita-Bereich
  • Nehmen ihre Fachaufsicht nicht angemessen war

z.B. Prüfung der Konzeption erfolgt nur auf Papierebene