Archiv für den Monat: Februar 2014

Bündnis für gute Kitas in Thüringen

Telefoninterview mit Radio Lotte Weimar

Am heutigen hat die Vorsitzende der Thüringer Landeselternvertretung Frau Sandy Kircher Radio Lotte Weimar ein telefonisches Interview gegeben. Thema war natürlich die Bestrebungen seitens des im Thüringer Finanzministeriums angesiedelten „Kommunalen Beirats“ die kostenintensiven Standards der frühkindlichen Bildung in unseren Thüringer Kitas zu senken.

 

Hören Sie selbst:

Offener Brief an die Präsidentin des Thüringischen Landkreistags und den Präsidenten des Thüringer Gemeinde- und Städtebundes

Thüringer Landeselternvertretung für Kindertagesstätten

Sehr verehrte Frau Schweinsburg,

Sehr geehrter Herr Brychcy,

wie Sie in den letzten Tagen der regionalen Presse entnehmen konnten, hat die öffentliche Äußerung des Thüringer Finanzministers Wolfgang Voß, es solle jede/r 3. ErzieherIn durch eine Assistenzkraft ersetzt werden,  für große Beunruhigung gesorgt. Auch ein Zurückweisen der Aussage, es handle sich um ein Papier des “Kommunalen Beirats“, welches über die Arbeitsebene nicht hinausgekommen ist, entschärft die Situation keineswegs. Da der „Kommunale Beirat“ im Wesentlichen durch das Ansinnen des Thüringer Gemeinde- und Städtebundes sowie des Thüringischen Landkreistags als den  beiden kommunalen Spitzenverbänden eingerichtet wurde und auch mit deren Vertretern  besetzt ist, hält die Thüringer Landeselternvertretung Kindertagesstätten eine Klarstellung und Information für dringend erforderlich. Dies umso mehr,  da mit dem „Appell der Thüringer Kommunen an die Landesregierung zum KFA 2014“  dem Ganzen bereits ein Dokument vorausgegangen ist, welches der Landesregierung kurzgefasst vorschlägt, die kommunal belastenden Standards im Bereich der Kindertagesstätten abzubauen.

Als Vorsitzende der Thüringer Landeselternvertretung Kindertagesstätten kann ich Ihnen mitteilen, dass die Eltern sehr alarmiert sind und nur immer wieder betonen, dass Kindertageseinrichtungen keine Sparbüchsen sind. Sicher ist es Ihnen möglich, uns Eltern konkret mitzuteilen, wo Sie in Kindertagesstätten Einsparpotenzial sehen und wie Sie auf die Idee gekommen sind, dass ErzieherInnen durch Assistenzkräfte ausgetauscht werden sollen. Denn sicher werden die von Ihnen benannten Vertreter im „Kommunalen Beirat“ nur Bestrebungen bearbeiten, die durch die Spitzenverbände legitimiert sind. Uns Eltern stellt sich die Idee als sehr absurd dar, insbesondere deshalb, weil Thüringen im Vergleich mit der Bundesspitze  bezüglich des Betreuungsschlüssels noch immer nicht mithalten kann und die Qualität der frühkindlichen Bildung wissenschaftlich belegbar eben doch von der Fachkraft-Kind-Relation abhängig ist. Die Thüringer Eltern versprechen Ihnen darüber hinaus sehr genau hinzusehen, ob es weitere Bestrebungen gibt, die Qualitätsstandards abzusenken und werden uns dagegen im Interesse der Kinder und Eltern entschieden zur Wehr setzen. . Gern bieten wir Ihnen an, in persönlichen Gesprächen mit Ihren Verbänden unsere Position zu erläutern und bitten um einen Gesprächstermin.

Mit freundlichen Grüßen

 

Sandy Kirchner
Vorsitzende der Thüringer Landeselternvertretung Kindertagesstätten

Bündnis für gute Kitas in Thüringen

„Bündnis für gute Kita´s“ gegründet

Bündnis für gute Kitas in ThüringenDer Thüringer Landesförderverein Kindertagesstätten (TLfKe.V.), die Thüringer Landeselternvertretung Kitas (TLEV-KITA) sowie die Gewerkschaften Ver.di und GEW meinen es ernst. Sie haben sich am 21.2.2014 zusammengefunden und ein „Bündnis für gute Kitas“ gegründet.

Ziel dieses Bündnisses ist es, während der kommenden Wahlkämpfe und wenn nötig darüber hinaus darauf aufzupassen, dass es keinerlei Absenkung von Standards in Thüringer Kindertageseinrichtungen geben wird. „Wir werden die Kommunalen Spitzenverbände und die Parteien genau beobachten und jede Einsparungsidee auf Kosten und zu Lasten der Kitas an die Öffentlichkeit bringen“ kündigt Bettina Löbl, Vorsitzende TLfK e.V., an.

Bis zur Landtagswahl wird das Bündnis in ganz Thüringen Veranstaltungen planen, zu denen Kandidaten für die Kommunal- und Landtagswahlen Rede und Antwort dazu stehen sollen, wie sie sich die Qualitätsentwicklung Thüringer Kitas vorstellen. Am 8. April wird es eine Auftaktveranstaltung in den Räumen der GEW geben, zu der die Spitzenkandidaten für die Landtagswahl eingeladen werden.

Im Vorfeld wird das Bündnis Wahlprüfsteine vorbereiten und die Parteien auffordern sich zu positionieren. Die Landeselternvertretung wird sich zeitnah mit einem „offenen Brief“ an die kommunalen Spitzenverbände wenden und von ihnen ein schriftliches Statement zu den Überlegungen des Kommunalen Beirates und den im „Appell der Thüringer Kommunen an die Landesregierung zum KFA 2014“ geplanten Abbau kommunaler Standards einfordern. „Wir wollen endlich Antworten, von denen, die solche Papiere in die Welt setzen und finden uns nicht länger mit fadenscheinigen Entschuldigungen ab“, warnt Sandy Kirchner (Vorsitzende TLEV-KITA).

Gründung eines Elterngremiums auf Bundesebene

Bundeselternvertretung Kitas Am Samstag den 15. Februar 2014 machten wir uns auf den Weg nach Berlin, denn aus Berlin kam auch im letzten Sommer bereits die Einladung zur Arbeitsbesprechung der Landeselternvertretungen der Bundesländer und auch diesmal sollte dort das Treffen stattfinden.

Die Organisatoren waren Katrin Molkentin und Norman Heise (beide LEAK Berlin). Sie gestalteten in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung den Tag. Besonders hervorzuheben gilt es, dass den Teilenehmer den gesamten Tag eine professionellen Moderatorin und Prozessbegleiterin zur Verfügung stand, deren wesentliche Aufgabe sicher darin zu sehen war, die Teilnehmer regelmäßig wieder zu fokussieren.

 

Teilgenommen haben 28 Vertreter aus 14 Bundesländern, wobei nur Mecklenburg-Vorpommern und Hessen gefehlt haben.

Die diskutierten Probleme reichten von:

  • Was wollen wir sein?
  • Was wollen wir eben gerade nicht sein?
  • Welche Struktur wollen wir haben?
  • Welchen gesetzlichen Rahmen wollen wir?

 

Bundeselternvertretung KitasNatürlich blieben aber auch die speziellen Probleme einzelner Bundesländer nicht unbeachtet, auch wenn es schwierig war, spezifische Anfragen zu beantworten, da ja Bildung nun mal Ländersache ist und somit jedes Bundesland sein ganz eigenes Kita-Gesetz hat. Zusammenfassend lässt sich aber sicher sagen, dass die Probleme von denen in Thüringen nicht wesentlich abweichen und sich damit auch andere Bundesländer mit Themen wie ElternMitWirkung, Inklusion, Trägerspezifikationen, Umsetzung des Rechtsanspruchs, Qualität und Qualitätssicherung und natürlich auch Verpflegung in Kitas.

Das Schönste ist aber, dass alle Teilnehmer_innen eine Absichtserklärung zur Gründung eines Elterngremium der institutionellen Kinderbetreuung unterzeichnet haben. Aus den ermittelten Themen haben alle Teilnehmer_innen

Arbeitsaufträge übernommen, die bis Herbst – über Bundesländer hinweg – gemeinsam bearbeitet werden. Im Herbst wird es das zweite Treffen geben.

 

Keine Senkung von Standards!

Fachtagung „Billige Kitas mit bester Qualität“ fand am 8.2.2014 in der Fachhochschule Erfurt statt.

Fachtagung KitaIm Gremium sitzen, neben Bettina Löbl als Vorsitzende des TLfK e.V., Sandy Kirchner als Vorsitzende der Thüringer Elternvertretung TLEV-Kita, auch Christoph Matschie (SPD) der Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Im Grußwort verdeutlichte der Minister das Erreichte: 3.000 Erzieherstellen wurden in Thüringen geschaffen und ein Zurücklehnen ist nicht in Sicht. Die Sanierung von Kindertagesstätten sei voranzutreiben und die seitens des Landes Thüringen zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel dafür zu nutzen. „Auch im Personalschlüssel werden keine Abstriche gemacht!“, erklärt Matschie weiter.

Bei der Ausbildung des Fachpersonals strebt Matschie eine höhere Quote der Fachhochschulabschlüsse an: „Am Standard wird nicht gerüttelt!“. Zum Thema Elternbeiträge positioniert sich Matschie, dass diese schrittweise zu reduzieren sind, dieses Ziel sei kontinuierlich zu verfolgen.

Nach den Grußworten wurde direkt inhaltlich eingestiegen und Dr. Henry Kreikenbom (aproxima) stellte seine Studie zur 3 Jahre nach der Novellierung des Thüringer Kindertagesstättengesetzes vor. Unmittelbar im Anschluss nutze Peter Häusler, selbst Mitglied im Vorstand des Thüringer Landesfördervereins für Kindertagesstätten e.V., die Möglichkeit den Appel des Thüringer Gemeinde- und Städtebundes an die Landesregierung vor, in dem erklärt wurde, dass im Bereich der Kindertagesstätten erhebliches Einsparpotential vorhanden sei. Mit diesen Eindürcken im Kopf entließ Betti Löbl die Teilnehmer in die Workshops.

Nach fast neunzig Minuten Diskussion zu den angekündigte Themen in den Workshops erfolgte die Vorstellung der Diskussionsmeinung durch die Workshopleiter.

Die Ergebnisse der Workshops werden wir in Kürze hier zum Download einstellen.